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Kraftmessung aktuell – damals wie heute!

Kraftkurvenverlauf Beinstreckung und Beinbeugung von 1986 in der Zeitschrift „athletic“ abgebildet und von Josef Schnell entwickelt

Die Kraft spielt im menschlichen und sportlichen Bewegungserleben eine große Rolle. Josef Schnell beschäftigte sich mit dem Zusammenhang von Muskelaufbau bzw. Muskelgröße und Leistungspotenzial bzw. Kraft vor 20 Jahren schon so intensiv, dass bereits in den 80er-Jahren SCHNELL-Trainingsgeräte für den Breiten- und Leistungssport – basierend auf Analysedaten von Kraft-/Drehmomentmessungen – entwickelt wurden.

 

Josef Schnell, geb. 1934, prägte die Fitnessbranche von Anfang an stark, und war ein Denker und Vorreiter bei der Entwicklung von individuellen Trainingsplänen basierend auf Muskelfunktionsanalysen, die heutzutage mittels spezieller Softwareprogramme bestimmt werden. Damit kultivierte das versierte „Sport- und Kraft-Genie“ die gesamte Szene rund um den Gewicht- und Kraftgerätebereich. Als erfolgsversprechender Insider-Trainer spornte er Weltrekordinhaber und Olympiateilnehmer zu Höchstleistung an. Es entstand eine Innovationsschmiede, die einmalige Geschichte schreibt: SCHNELL wurde 1972 als offizieller Lieferant für die Olymischen Spiele in München ernannt.

 

Damals wie Heute ist die Erhaltung und Förderung des Leistungspotenzials eines Menschen in der Prävention zur Gesunderhaltung des Bewegungsaparats ein viel diskutiertes Thema. Längst ist das „Krafttraining“ nicht mehr nur für Bodybuilder bestimmt, sondern avanciert zum „Gesundheits-/Fitnesstraining“ und damit ein Training zum Schutz wichtiger Organsysteme des Menschen – nämlich Muskulatur, Herz-Kreislauf-System, Atmung, Nerven, Knochen, Bänder, Sehnen, innere Organe. Allerdings ist das Krafttraining bei manchen Sportlern, Trainern und Medizinern selbst im Leistungssport, in dem Krafttraining seit Jahren als Basis- oder Aufbautraining betrieben wird, ein umstrittenes Thema. Dies liegt kaum am Krafttraining als eher an der fehlenden Kenntnis über biologische und physikalische Grundlagen bzw. Rahmenbedingungen und die praktischen Methoden des Krafttrainings selbst.

 

Schon in den 70er Jahren wurde erkannt, dass der Erfolg des Krafttrainings vor allem von der richtigen Dosierung und der Berücksichtigung individueller Belastbarkeit abhängt. In vielen praktischen Versuchen durch fachlich fundierte Darlegungen konstatierte Schnell, dass einem erfolgreichen Krafttraining die Messungen der reinen Muskelkraft und Leistungsvermögens vorauszugehen hat. Allerdings sind reine sportliche Übungen wie z. B. Gewichtheben, Bankdrücken und Kniebeugen für reine Messungen der Muskelkraft ungeeignet, da nur das Ergebnis aus einer Summe von vielen Fähigkeiten gemessen wird, von denen die Kraft nur wiederum ein Teil davon ist.

 

Josef Schnell verfasste folgende Theorie der Kraft-/Drehmomentbestimmung:

 

Wenn wir also Muskelkraftmessungen durchführen wollen, müssen wir so nahe wie möglich an den Ursprung der Kraft herangehen. Auch die Kraft (Drehmoment) eines Rennmotors wird nicht anhand einer Rundenzeit festgestellt, sondern an der Kurbelwelle gemessen. Wir können unsere Messungen nur an den Hebeln durchführen, die von den Muskeln bewegt werden. Daher ist es nicht möglich, ohne exakte Bestimmung der Sehnenansatzpunkte die reine Muskelkraft zu messen. Und man muss sich bei Kraftmessung auf einzelne Bewegungen beschränken. Das würde bedeuten, wir messen die Armbeugekraft und nicht die Kraft des Biceps; oder wir messen die Beinstreckkraft und nicht die Kraft des Quatriceps usw. Da wir aber hier wegen unterschiedlich langer Hebel zu falschen Ergebnissen kommen würden, wenden wir die aus der Technik bekannte Drehmomentmessung an. Dabei wird der Hebel vom Drehpunkt aus auf 1 m verlängert (oder reduziert) und dort die rechtwinklig abgegebene Kraft gemessen. Das Ergebnis wird in Newtonmeter (Nm) angegeben. Also die Kraft in Newton (n) in 1m Entfernung vom Drehpunkt (Gelenk). Messen wir nun nach dieser Methode die Kräfte bei einer eingelenkigen Bewegung in verschiedenen Winkelstellungen, jedoch bei immer gleichem Anstrengungsgrad, so erhalten wir voneinander verschiedene Werte. Trägt man diese in ein Koordinatensystem ein, so erhält man eine Kurve – die Kraftkurve.“

Siehe Abbildung

Die Drehmomentanalysetechnik von SCHNELL wurde patentiert und ist somit Grundlage aller Studien zur Messtechnik sowie Innovationsmotor höchster Qualität (siehe Target Line Design). Im Therapiebereich entwickelten die SCHNELL-Brüder Klaus und Achim 1996 die FPZ-Systems – ein überaus erfolgreiches Rückenkonzept, das in über 300 Reha- und Präventionszentren einen außerordentlichen Beitrag zur Reduzierung akuter und chronischer Rückenbeschwerden leistet. Physiologisch, biomechanisch und ergonomisch entspricht das seit 2006 lieferbare DIAGNOS medical spine concept den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und stellt gegenüber den legendären DIAGNOS m.e.d. / FPZ Systems-Geräten eine bedeutende Weiterentwicklung dar.

Weitere Informationen finden Sie unter www.schnell-online.de. Lesen Sie in der nächsten Ausgabe im Teil 2: „Die Belastungskurve entspricht der Kraftkurve.“